Maryanne Becker

Vordere Umschlagseite des Buches

Der schwerhörige Patient

ISBN: 978-3-940529-58-9
Ausstattung: 100 Seiten,
Preis: 16,90 Euro, ca. 27,90 SFr
Mabuse-Verlag
Erschienen im November 2010

Gelingende Kommunikation ist ein unerlässlicher Bestandteil der Qualitätssicherung in der medizinischen und pflegerischen Versorgung. Schwerhörigkeit ist eine – in der Regel unsichtbare – Kommunikationsbehinderung. Etwa ein Fünftel der deutschen Bevölkerung ist davon betroffen. Kommunikation mit Hörgeschädigten setzt ein Wissen über die möglichen Formen dieser Behinderung ebenso voraus wie die Kenntnis und Anwendung spezifischer Kommunikationsregeln. Mit diesem Buch wird allen im medizinischen, pflegerischen und therapeutischen Bereich Tätigen ein Ratgeber zur Verfügung gestellt, in welchem die kommunikativen Bedürfnisse Hörbehinderter erläutert und konkrete AnLeitungen für den Umgang mit diesen PatientInnen gegeben werden.

Vorwort

Schwerhörigkeit ist eine Erkrankung, die für Außenstehende unsichtbar ist. Im Gegensatz zu anderen Behinderungen der Sinnesorgane (z.B. Fehlsichtigkeit bzw. Blindheit) gelingt es den Betroffenen mit einer Schwerhörigkeit nicht so ohne weiteres, ihre Umgebung auf ihre speziellen Kommunikationsbedürfnisse und auf die sich daraus ergebenden Konsequenzen für den alltäglichen Umgang miteinander einzustimmen.

Dies führt gelegentlich zu der Wahrnehmung, dass der schwerhörige Mensch „nur einfach nicht hören will“.

Nicht ohne Grund ist die historische Sprachwurzel des Wortes „taub“ („tumb“ im mittelhochdeutschen bzw. heute noch im niederhochdeutschen bzw. niederländischen Sprachraum) eng verknüpft mit der Vorstellung von verringerter Intelligenz. Dem Abbau solcher gängigen Vorurteile und darüber hinaus der einfühlsamen Instruktion von medizinischen Profis in Klinik, Pflege und Praxis hat sich der vorliegende Leitfaden verschrieben.

Frau Becker weiß aus langjähriger klinischer Beratungserfahrung, dass sich der schwerhörige Patient gelegentlich ausgegrenzt, oder schlimmer noch ‒ nicht ernst genommen ‒ fühlt, wenn seine besondere Kommunikationssituation nicht berücksichtigt wird. Aufgrund intensiver wissenschaftlicher Beschäftigung mit der Therapie der Schwerhörigkeit gelingt es Frau Becker, einen herausragenden Beitrag zur Verbesserung dieser auch gesundheitspolitisch unbefriedigenden Situation zu leisten.

Schwerhörige haben in unserer Gesellschaft leider keine Lobby, da das Problem des Nicht-Hörens überwiegend bagatellisiert wird. Dies schlägt sich schon in der insgesamt unbefriedigenden Finanzierung von technischen Hilfen durch die gesetzlichen Krankenversicherungen nieder und setzt sich in der zu mangelhaften technischen Ausstattung von öffentlichen Räumen mit entsprechenden Hilfssystemen (Ring- oder Induktionsschleifen), die dem schwerhörigen Menschen eine gleichwertige Teilnahme am gesellschaftlichen Leben ermöglichen würden, fort.

Nicht zuletzt weil wir aufgrund der Alterung unserer Gesellschaft von einer stetig zunehmenden Zahl von schwerhörigen Menschen ausgehen müssen, ist dem Leitfaden eine weite Verbreitung zu wünschen.

Berlin, im Juli 2010
Prof. Dr. med. A. Ernst
Direktor der HNO-Klinik
Unfallkrankenhaus Berlin

„Schwerhörigkeit ist weder sichtbar noch spektakulär“ – ein Interview der Deutschen Gesundheitsauskunft mit der Autorin

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